Kommunikationstechnik

In Deutschland werden die Tätigkeiten der Feuerwehren in den Feuerwehr-Dienstvorschriften (FwDV) geregelt. Eine Ausnahme stellt der Sprechfunk dar. Dieser wird über die Polizeidienstvorschrift/Dienstvorschrift (PDV/DV) 810.3 unter anderem für die Feuerwehren geregelt.

Analoge Funktechnik

Viele Jahrzehnte wurde in den Feuerwehren über den analogen BOS-Funk (BOS = Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) in den Funkbändern „4-Meter“ und „2-Meter“ gefunkt:

  • Das 4-Meter Band wurde für den so genannten Leitstellenfunk eingesetzt um zur selbigen oder anderen Einsatzfahrzeugen Funkkontakt aufzunehmen. Über den FMS-Standard (Funkmeldesystem) konnten kurze Statusmeldung per Tastendruck zur Leitstelle übermittelt werden.
  • Das 2-Meter Band wurde unter anderem für den lokalen Einsatzstellenfunk genutzt.

Beide eingesetzten Bänder galten stets als zuverlässig, sind aber nicht „abhörsicher“ und wurden durch ein immer höheres Einsatzaufkommen zusammen mit neueren Übertragungstechniken immer höher belastet.

Digitalfunk

Dies führte zur deutschlandweiten Einführung des Digitalfunks. Der neue Übertragungsstandard TETRA (Terrestrial Trunked Radio) stellt in der vollen Ausbaustufe völlig neue Möglichkeiten für die Einsatzkräfte, wie z.B. Einzelrufe oder Navigation zur Einsatzstelle, dar. Darüber hinaus ist die wichtige Verschlüsselung des Funkverkehrs mit dieser Technik möglich, sodass unerlaubtes Mithören nicht mehr möglich ist. TETRA ist für den Sprechfunk in zwei Modi aufgeteilt:

  • Der TMO-Modus (Trunked Mode Operation, Netzmodus, Gegensprechen) ist vergleichbar mit dem alten 4-Meter Band und wird für die Kommunikation mit der Leitstelle und anderen Einsatzfahrzeugen genutzt.
  • Der DMO-Modus (Direct Mode Operation, Direktmodus bzw. Wechselsprechen) ist vergleichbar mit dem alten 2-Meter Band. Dieser ist im Kreis Gütersloh und im Löschzug Verl zurzeit noch nicht vollständig eingeführt. Die Einsatzfahrzeuge sind mit der neuen Technik bereits teilweise ausgestattet, der Einsatzstellenfunk wird jedoch noch größtenteils über den alten 2m-Meter Funk durchgeführt. Der Grund hierfür ist, die noch in Vielzahl vorhandenen und funktionstüchtigen analogen Funkgeräte.
  • Hinzu kommt ein neuer Datenkanal, über dem die Statusmeldungen (damals FMS-Meldungen) versendet werden. Dieser hat den Vorteil, dass Funkgespräche nicht mehr durch Statusmeldungen unterbrochen oder gestört werden, sondern gleichzeitig auf einem separaten „Kanal“ versendet werden können.

Der Löschzug Verl verfügt somit auf allen Einsatzfahrzeugen über zwei verschiedene Techniken für den Sprechfunk. Seit dem 1. April 2016, nach einiger Verspätung, ist im Kreis Gütersloh der Wirkbetrieb (Echtbetrieb) des Digitalfunks gestartet. Grund für die Verzögerung war eine, ausgerechnet in Verl, fehlende Basisstation, welche die Funkkommunikation ermöglicht.

Als mögliche Rückfallebene im Falle eines Ausfalls des Digitalfunks, wird bis zum 31. Dezember 2017 der Analogfunk für den Leitstellenfunk weiter vorgehalten. Bis dahin ist noch Zeit, mögliche Schwachstellen im Digitalfunknetz aufzudecken und auszubessern.